Drei-Welten-Modell (nach Bernd Schmid)

Eine Methode im Coaching, die ich im Rahmen meiner Ausbildung im 2. Modul kennengelernt habe, ist das Drei-Welten-Modell nach Bernd Schmid vom isb Wiesloch. Da mir dieses Modell sehr gut gefällt und es aus meiner Sicht weit kraftvoller sein kann, als man vielleicht auf den 1. Blick meint, möchte ich es euch hier gerne vorstellen.

Drei-Welten-Modell (nach Bernd Schmid)
Mit dem Drei-Weltenmodell kann der Coachee drei Lebensbereiche und seine Rollen darin analysieren und prüfen, ob sie für ihn stimmig sind.

Das Drei-Weltenmodell betrachtet drei verschiedene Lebensbereiche des Coachee und seine Rollen darin.

Mit dem Drei-Welten-Modell kann der Coachee mit Unterstützung des Coachs einen genaueren Blick auf die verschiedenen Rollen in seinem Leben werfen. Sinnvoll kann das sein, wenn der Coachee beispielsweise Klarheit über seine weitere berufliche Entwicklung schaffen möchte oder wenn er für sich prüfen will, inwieweit er sein Leben eigentlich nach seinen Werten lebt und gestaltet. Das Modell geht dabei davon aus, dass der Mensch drei „Bühnen“ hat, auf denen er sich in verschiedenen Rollen bewegt. Diese drei Bühnen müssen erläutert werden, damit für den Coachee verständlich ist, worum es geht.

Genauso wichtig wie die Erläuterung der verschiedenen Bereiche ist es, näher auf die Rollen einzugehen, damit der Coachee weiß, worum es geht. Die verschiedenen Rollen können sich jeweils auf die eigenen und auch die fremden Erwartungen beziehen, die an den Coachee in der jeweiligen Position gestellt werden. Dabei gibt es aus meiner Sicht kein richtig oder falsch, sondern es kommt darauf an, was für den Coachee Relevanz hat und sein Leben maßgeblich beeinflusst.

Bühne Nr. 1 – die private Welt
Hierzu gehören alle relevanten Rollen, die der Coachee in seinem Privatleben einnimmt, bspw. Tochter, Mutter, Partnerin, Schwester, Freundin ….

Bühne Nr. 2 – die Profession
Dieser Begriff umfasst alle Rollen und Kompetenzen, die der Coachee in seinem Leben erworben hat. Damit sind nicht einfach nur sämtliche erlernten Berufe und Kompetenzen gemeint, da diese aus heutiger Sicht des Coachees nicht mehr zwangsläufig wesentlich für ihn sind. Es können auch besondere Skills und Stärken aufgenommen werden, wenn sie für den Coachee eine Bedeutung haben.

Bühne Nr. 3 – die Organisation
Hierbei geht es um die verschiedenen – ggf. auch inoffiziellen – Rollen, die der Coachee z.B. in seinem Beruf einnimmt. Dies kann die Rolle eines Scrum Master sein, eines Abteilungsleiters, eines Developers o.ä., aber auch die des Klimafaktors im Team. Eine Organisation kann genauso auch ein Verein sein oder eine ehrenamtliche Vereinigung, in der der Coachee eine Rolle innehat.

Selbst/Werte/Ich
Der kleine Kreis in der Mitte des großen Kreises ist für die Werte des Coachees bestimmt. Hier gehört all das hinein, was ihn nach seinem Ermessen als Person in seinem Innersten ausmacht. Für diesen Bereich kann es sehr hilfreich sein, dem Coachee als kleine Starthilfe eine Liste an Werten zur Verfügung zu stellen, wenn er ggf. noch gar nicht weiß, welche Werte für ihn im Leben wichtig sind.

Die Größe der jeweiligen Bereiche in seinem Modell kann der Coachee auf dem Flipchart nach eigenen Ermessen festlegen. Dafür ist es natürlich notwendig, dass er sein Flipchart auch selber malt, nachdem man ihm das Modell erläutert und gezeigt hat.

Durch Selbstreflexion prüft der Coachee, ob sein Drei-Weltenmodell für ihn stimmig ist.

Im Rahmen des Coachings füllt nun der Coachee dieses Modell für sich aus und erläutert dabei, was ihm durch den Kopf geht, was er aufschreiben möchte, was ihm wichtig ist und auch warum das so ist. Der Coach begleitet diesen Prozess mit unterstützenden Fragen: Wo ist das Bild für den Coachee stimmig, wo vielleicht nicht? Werden die Werte, die der Coachee als für ihn wichtig benannt hat, in seinen drei Welten ausreichend gelebt oder fehlt ihm etwas? Wo möchte der Coachee hin, was treibt ihn an? Eine mögliche Variante wäre auch, dass der Coachee sich vorstellt, er wäre 120 Jahre alt – was möchte er bis dahin erlebt haben?

Die Ergebnisse dieser Selbstreflexion können dem Coachee bei der Beantwortung seiner eingangs gestellten Frage helfen und ihm ein Bild vermitteln, was ihm im Leben wichtig ist und wo er das schon lebt – oder eben noch nicht. In diesem Fall liefern die Ergebnisse aus dem Drei-Welten-Modell einen guten Ausgangspunkt für weitere Coachings, um gewonnene Erkenntnisse weiter zu bearbeiten und Unklarheiten aufzulösen. Genauso ist es möglich, dass der Coachee mit den Ergebnissen des Drei-Welten-Modell seine Fragen bereits ausreichend beantwortet hat.

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