Eisbrecherische Icebreaker

Man sagt ja, dass jedes Meeting, jeder Workshop, jedes Training etc. eine Art WarmUp benötigt. Mit den Worten einer Kommunikationstrainerin ausgedrückt:

Ein Meeting, Training, Workshop … fängt erst dann an, wenn jeder etwas gesagt hat.

Oder halt gemacht hat. Letztlich geht es darum, alle Teilnehmer zu aktivieren, zur Mitarbeit anzuregen und sie zum Sprechen zu bringen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Hier können euch Icebreaker oder andere WarmUps helfen. Zudem fördern sie auch das Netzwerken. Gute Icebreaker ermöglichen es, dass sich bisher ggf. ganz fremde Menschen auf eine ganz leichtgängige, spielerische Art und Weise kennenlernen. Dafür braucht ihr in der Regel nicht mehr als 5-10 Minuten. Gut investierte Zeit für einen unbeschwerten Einstieg.

Ich bin wahrscheinlich die Einzige im Raum, die ….

Den Icebreaker „Ich bin wahrscheinlich die/der Einzige im Raum, die/der schon mal … gemacht/erlebt hat“ mag ich persönlich sehr gerne – hat er doch einfach so gar nichts mit dem klassischen „Ich bin …., komme aus …, mache …, habe Haus, Kinder, Hund.“ zu tun, bei dem oftmals Informationen geteilt werden, die zumindest ich mir sowieso nie gut merken kann. Ich habe diesen Icebreaker sowohl selber schon als Trainerin ausprobiert, als auch als Teilnehmerin eines Seminars erlebt. In beiden Fällen hat er mir wirklich Spaß gemacht. Es kamen unterhaltsame Geschichten dabei heraus, die mir persönlich auch weitaus besser im Kopf blieben als bspw. die Betriebszugehörigkeit der einzelnen Teilnehmer. Die Vorbereitung dafür ist gleich Null.

Reflexionsfragen zum Einstieg

Eine schöne Idee finde ich auch, wenn man den Teilnehmern zum Einstieg verschiedene Reflexionsfragen zur Auswahl stellt, von denen sich jeder eine aussuchen und beantworten kann. Dieses Vorgehen empfiehlt sich insbesondere bei Seminaren, wenn man den Teilnehmern zum Einstieg Zeit und Raum lassen möchte, damit sich alle auf das Seminar einstellen und ihren Alltag mal für ein, zwei Tage hinter sich lassen können. Hierbei ist es wichtig, die Fragen gut auszuwählen. Sie sollten persönlich genug sein, dass die Teilnehmer auch ein wenig mehr von sich erzählen als das üblich Einerlei, dabei aber natürlich nicht ihre Privatsphäre verletzen. Daher ist es gut, eine ausreichende Auswahl an Fragen anzubieten, so dass jeder für sich die passende auswählen kann.

Rückenpost

„Rückenpost“ ist ein Icebreaker, den ich selber noch nicht ausprobiert habe, der mir aber schon von der Beschreibung her gut gefällt. Dieser Icebreaker dient auch dazu, dass sich bisher noch fremde Teilnehmer auf kurzweilige Art ein bisschen besser kennenlernen. Die Teilnehmer kleben sich gegenseitig ein leeres Blatt Papier auf den Rücken. Danach laufen alle 5 Minuten lang durch den Raum und jeder hat die Möglichkeit, bei den anderen Teilnehmern auf deren Blatt Papier Fragen zu schreiben, die er/sie gerne von dem jeweiligen Teilnehmer beantwortet haben möchte. Fragen könnten dabei sein: „Wo kommst du her?“, „Was hat dich hierher geführt?“, „Was hast du heute schon gemacht?“. Nach Ablauf der Zeit bekommen alle Teilnehmer ihr Blatt Papier, lesen der Reihe nach ihre Fragen vor und können diese dann für den gesamten Teilnehmerkreis beantworten. Auch hier sollten die Fragen natürlich so gestellt werden, dass sie nicht indiskret oder übergriffig ankommen.

Spiel und Spaß mit Überraschungseiern

Bei einem weiteren Icebreaker, den ich euch vorstellen möchte, wird definitiv die Spiel- und Bastellust bei den Teilnehmern geweckt. Jeder Teilnehmer bekommt ein Überraschungsei. Diese werden erst einmal zusammen ausgepackt und zusammengebaut, was üblicherweise schon viel Gelächter erzeugt. Achtet in der Vorbereitung darauf, dass ihr möglichst Überraschungseier kauft, bei denen es auch etwas zu basteln gibt (vulgo: Die schön klappern, wenn man sie schüttelt). Wenn alles zusammengebaut ist, stellen sich die Teilnehmer der Reihe nach mit Hilfe ihres Überraschungseis vor. Das muss nicht unbedingt Sinn ergeben. Die Teilnehmer können durchaus bunte Geschichten erzählen. Hauptsache, es macht Spaß – es darf gelacht werden dabei. Und Schokolade gibt es außerdem noch. Dieser Icebreaker regt gleichzeitig ein wenig die Kreativität der Teilnehmer an. So kann man bspw. gut in Workshops zur Ideenfindung oder auch in Retros starten.

Clap & Name

Und noch zu guter Letzt ein kleines WarmUp, das Icebreaker und Energizer gleichzeitig sein kann. Ziel ist es, sich die Namen der anderen Teilnehmer gut zu merken. Für dieses WarmUp stehen alle Teilnehmer im Kreis und klatschen alle gleichzeitig in folgender Reihenfolge und in einem gleichmäßigen Rhythmus erst mit beiden Händen auf ihre Oberschenkel, danach in die Hände und schnippsen anschließend mit den Fingern erst nach rechts und dann nach links. Dieser Rhythmus und die Reihenfolge des Klatschens und Schnippsens wird durchgehend beibehalten. Eine Person fängt an, beim Schnippsen nach rechts ihren eigenen Namen und beim Schnippsen nach links den Namen eines beliebigen Mitspielers zu sagen. Diese Person setzt das Ganze fort und sagt wiederum beim Schnippsen nach rechts den eigenen und beim Schnippsen nach links den Namen eines weiteren Teilnehmers. Und so weiter und so fort.

Ich glaube, dieses WarmUp werde ich morgen direkt bei der Schulung ausprobieren, die ich zusammen mit einer Kollegin halte 🙂

Falls ihr bisher noch keine Icebreaker in euren Meetings oder Workshops eingesetzt habt, kann ich euch nur ermuntern, mal ein wenig damit zu experimentieren, auszuprobieren und spielerisch an die Sache zu gehen. Ihr werdet sehen, wie viel Spaß und Leichtigkeit ihr damit in die eine oder andere Runde bringen könnt. Und auch das ein schweres „Suppenkoma“ nach dem Mittagessen lässt sich damit leicht vertreiben.

In einem älteren Blogbeitrag hatte ich euch schon das Buch 66 + 1 Warm-up vorgestellt und auch bereits eine Übung daraus ausführlicher beschrieben.

Bei Salzburg findet ihr weitere schöne Anregungen, wie ihr Meetings oder Workshops starten könnt.

Eine Antwort auf „Eisbrecherische Icebreaker“

  1. Wir hatten diese Woche auch noch einen netten Icebreaker in Situationen, in denen man die anderen Teilnehmer nicht kennt: Man schreibt seinen Namen auf einen Zettel, wirft den in einen Karton, jeder zieht dann einen Namen und muss den dann suchen und ein paar aussergewöhnliche Details aus seinem Leben erfahren. Bei uns wurden zwar Grenzen gesetzt (nix mit Religion, nix peinliches, nicht fragen, ob man im Gefängnis war, z.B.) – aber das haben einige nicht wirklich verstanden und genau das gefragt 🙂 (ich war übrigens schon zweimal im Gefängnis – einmal in einem ehemaligen, jetzt Hostel und einmal, um mit der Gefängnisdruckerei zu diskutieren, ob die unsere Abizeitung drucken…).
    Dadurch, dass man sich suchen muss und gesucht wird, ist das sehr interaktiv und zudem erfährt man mehr als das übliche „ich bin xx Jahre und verheiratet“ – je nachdem, was der Gegenüber über sich preisgibt. Am Schluss stellt dann jeder seinen „Partner“ mit den Details vor. Wir haben das in der Mittagspause gemacht (den suchen/erzählen Teil) und dann zum Start nach der Mittagspause die Vorstellungsrunde (wir hatten davor natürlich ganz am Anfang morgens eine kurze Vorstellungsrunde mit Name/Funktion, aber der Icebreaker hat geholfen, dass man sich die Personen besser einprägt.) Kann man auch am Anfang beim Kaffee vor Workshops machen (und ggfs den Auslosteil skippen und jedem Teilnehmer jemanden zuweisen :-))

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